MUSIK & TEXT
Das Lied, in meiner Wahrnehmung eine fast schon mikroskopisch kleine Einheit des Erzählens, ist aus der Liebe entstanden. Über gesellschaftliche Umbrüche, durch Frieden und Krieg hat es im Lauf der Zeit alle Fragen des Seins erreicht. Unter dem Brennglas liegt das Ringen des Menschen, der unbedingte Wunsch, verstehen zu wollen und nicht verstehen zu können.

IN DIESEN LETZTEN TAGEN

Die Zeugnisse der Phantasie,
die Fähigkeiten und die Zuversicht,
der Ruf nach Technologie,
nehmen mir den Zweifel nicht.
Hinter allem tickt die Zeit,
ein stetes Zerren am Selbstverstand,
kein Engel weit und breit,
der für mein Tun Verständnis hat.

ICH BIN DIE WAHRHEIT

Ich flieg dahin, der Asphalt bebt,
die Sonne fällt – in das Meer,
wo sie stirbt, der Untergang.
Ich flieg dahin, ohne Rast
und häute mich – ein schweres Herz,
ein Krokodil, das weinen muss.

DIE EXPERTEN

Und nun reden die Experten,
unantastbar, selbstherrlich, auf Sicht –
die unfehlbar, wissend, Unversehrten,
in warmen Sesseln im Studiolicht.
Und draußen fällt die Jugend, in Dreck,
Schlamm und Nüchternheit –
und ich such' nach den Liedern vom Frieden, der Menschlichkeit?
Die Jugend kämpft verlassen,
geschmückt mit Orden, geführt im Wahn,
die Staatssekretäre prassen,
nicht an der Front, ganz hinten an.
Und anstatt der Experten, die mir all dies erklär’n,
will ich gern diese Jugend sich selbst erklären hör’n.

SPRACHE

Sprache war doch eben noch die Sache der Veränderung,
Erkenntnis, das Gedächtnis, Kommunikation.
Die Beschreibung der Welt, der Dinge,
der Gesellschaft, des Punktes, an dem wir steh’n.
Wie es weitergeht in die Zukunft,
das Handeln für Veränderung, das entscheidet über uns,
um zu besteh’n, zu überleben,
Widerstand zu leisten, wo Andere es nicht tun.

WENN DU MICH LIEBST

Wenn du mich liebst, bleibt von mir vielleicht ein Lachen,
in der Nacht werden Sterne steh’n.
Wenn wir morgens taubedeckt erwachen,
in der Ferne das Meer beginnen seh’n.
Ich könnte schwören, es war so schon mal zuvor.
Wenn ich suche, beschreibe, ist es einsam und still.
Ich will dich hören und so wag‘ ich mich hervor
und wir tun das, was du willst und das, was ich will.

ALTE MÄNNER, DIE ROCKMUSIK …

Sie drehen ihre Verstärker auf, als gäbe es kein‘ Morgen
in Biker Boots, einer Wolke Rauch, einer Aura,
die sie borgen.
Nicht wie die Stones, mit Yoga und Yoghurt,
Physiotherapie und Omega 3,
echte Rocker, Dinosaurier, keine präpotente Schaumschlägerei!
Sie wählen nicht die Falschen, zählen Geld,
weinen nicht beim Abschied, wie Helmut Kohl,
träumen nicht von Macht über die Welt,
fühlen sich nicht nur mit Untergebenen wohl.
